Bäume für die Zukunft
Die Landeshauptstadt gehört zu den grünsten Städten Deutschlands. Etwa 58.000 Bäume sind hier erfasst und werden gepflegt. Zur Erhaltung des Bestandes werden immer wieder Gehölze gepflanzt, die nach Standort und Klimabedingungen ausgewählt werden.
„Wir achten bei der Pflanzung von neuen Bäumen vor allem auf Vielfalt bei den Arten“, sagt Jannes Lenferink (Foto rund), Bereichsleiter Öffentliches Grün und Friedhöfe beim SDS. Bislang prägen die Linde, die Rosskastanie und der Ahorn das Schweriner Stadtbild. Weil diese Arten immer wieder von Baumkrankheiten und Schädlingen befallen werden, setzt der SDS bei der Neuanpflanzung von Bäumen auf widerstandsfähige Sorten wie Zierkirsche, Baummagnolie oder die Zelkove „Green Vase“ (Foto oben). Der Baum gilt als robuster Straßenbaum mit hoher Stadtklimaverträglichkeit und schöner Herbstfärbung. Zu sehen ist er ab April am Werder in Schwerin.
138 Bäume haben die Beschäftigten des SDS in den vergangenen drei Jahren an Straßen und auf Grünflächen in die Erde gebracht, immer mit dem Blick auf die besten Standortbedingungen für die Pflanzen. „Wir schauen dabei jeweils, ob ausreichend Raum für die Wurzeln ist, oder ob wir den Bereich möglicherweise erweitern können“, erläutert Sachbearbeiterin Silke Bade das Vorgehen der Fachleute. „Je nach Baumart benötigt die Pflanze zwischen zwölf und 36 Kubikmeter Raum für ihre Wurzeln“, ergänzt sie. „Bei bestehenden Bäumen überprüfen wir auch, ob wir die versiegelte Fläche rund um den Stamm (Baumscheibe) zurückbauen können.“ Auch der Abstand der Baumkrone zu Gebäuden im häufig schmalen innerstädtischen Bereich ist zu berücksichtigen. Ist der Standort gefunden, gilt es, die dazu passende Baumart auszuwählen. Das Stichwort dafür ist der Begriff „Klimabäume.“ Dazu zählen Bäume, die mit langen Trockenperioden, hohen Temperaturen, Salz und starker Bodenverdichtung zurecht kommen sowie gegen Krankheit und Schädlinge resistent sind. Neben den Eigenschaften der Bäume müssen die Beschäftigten mit dem grünen Daumen auch die Wuchseigenschaften der Pflanzen im Blick behalten. Stimmen Standort, Baumart und Pflegeaufwand, spart das nicht nur Kosten für den SDS. Auch Einheimische und Gäste der Stadt haben lange Freude an den grünen Schattenspendern.
Paten für Grünpflege
Naturfreunde können sich um Beete oder Baumscheiben kümmern
Ob Spielplatz, Verkehrsgrün oder Blühfläche vor dem Haus: Viele Bürgerinnen und Bürger möchten die Grünflächen in ihrer direkten Umgebung aktiv pflegen. Mit den Pflegepatenschaften der Stadt Schwerin wird dieses Engagement unterstützt und in geordnete Bahnen gelenkt. Aktuell gibt es in Schwerin 105 davon. Darunter fallen 13 Patenschaften für Baumscheiben, zehn für Grabstätten sowie 82 für öffentliche Grünflächen, etwa für Blühflächen in Wohngebieten.
Die Resonanz ist durchweg positiv. „Gerade ältere Personen haben eine große Bereitschaft, sich als Pflegepaten zu engagieren“, sagt Jannes Lenferink, Bereichsleiter Öffentliches Grün und Friedhöfe beim SDS. So entfernen die ehrenamtlichen Grünpfleger Unkraut, pflanzen Blumen oder Kleingehölze nach ihrem Geschmack und halten ihr Kleinod sauber. Größere gärtnerische Tätigkeiten, wie Baumpflege oder Mäharbeiten auf größeren Flächen, erledigt weiterhin der SDS. Einmal im Jahr informiert der Eigenbetrieb alle Pflegepaten über ihre Rechte. So sind die Hobbygärtner während ihrer Tätigkeit über die Berufsgenossenschaft abgesichert. Wie ansprechend eine durch Patinnen und Paten gepflegte Fläche aussehen kann, zeigt ein Beispiel aus der Barcastraße (Foto, r.).